Wissen der Schriftsetzer

Eine Sammlung

  

Jede typo­gra­fi­sche Gestal­tung nutzt als Grund­la­ge Schrift – also Typo­gra­fie. Der Umgang mit Schrif­ten, ihren Grö­ßen, Mischun­gen, Ver­hält­nis­se etc. wur­de über vie­le Jahr­hun­der­te durch die Schrift­set­zer ent­wi­ckelt und verfeinert.

Als gelern­te Schrift­set­ze­rin ken­ne ich daher vie­le Begrif­fe, die mal mehr, mal weni­ger in unse­rem Sprach­ge­brauch eta­bliert sind. Man­che von ihnen sind total ungewöhnlich–lustig–absurd. Man­che ein­fach nicht mehr gül­tig. Aber vie­le sind ein ech­ter Schatz, der dei­ne Gestal­tung pro­fes­sio­nell und vor allem gut les­bar aus­se­hen lässt.

Seit Mit­te 2021 stel­le ich jede Woche ein neu­es Wort in die­se Samm­lung. Und ja, inzwi­schen ist ein klei­nes Büch­lein in Arbeit 😊, damit du die­se Samm­lung auch ein­fach für dich her­un­ter­la­den kannst. Sobald es fer­tig ist, wer­de ich hier ein PDF zum down­load bereit­stel­len. Also ger­ne immer mal wie­der nachschauen.

Und soll­te es Begrif­fe geben, die du ger­ne erklärt bekom­men möch­test, natür­lich aus dem Bereich Buch­ge­stal­tung und Satz, dann sprich mich an!

Stehsatz

Der Steh­satz ist ein Begriff aus dem phy­si­schen Blei­satz. Es han­delt sich um Text­pas­sa­gen zur Wiederverwendung.

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Umbruch

Der Umbruch aus klas­si­scher Blei­satz­zeit ist das Syn­onym für das heu­ti­ge Layout.

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Steg (1)

Als Steg bezeich­net man den Abstand des Satz­spie­gels zu den Blattkanten.

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Anführung

Die Anfüh­rung ist ein Inter­punk­ti­ons­zei­chen zur Wie­der­ga­be von Äuße­run­gen oder Her­vor­he­bung von Texten.

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Grammatur

Mit der Gram­ma­tur wird das Flä­chen­ge­wicht unter­schied­li­cher Papie­re, ins­be­son­de­re auch inner­halb einer Papier­sor­te, vergleichbar.

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Einzug

Der Ein­zug ist eine Form der typo­gra­fi­schen Mar­kie­rung, um neue Gedan­ken deut­lich zu machen und Text­pas­sa­gen sinn­ge­recht zu gliedern.

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Spatium

Das Spa­ti­um ist ein nicht­dru­cken­der Abstand zwi­schen Buch­sta­ben oder Wör­tern und stammt als Begriff aus dem phy­si­schen Bleisatz.

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Punkt

Der Punkt ist die kleins­te Ein­heit des klas­si­schen typo­gra­fi­schen Maß­sys­tems. Die­ses geht auf den Schrift­gie­ßer Didot zurück.

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Klischee

Der Begriff Kli­schee lei­tet sich vom fran­zö­si­schen cli­ché ab und bedeu­tet Abklatsch (Abzug). Heu­te hat er sich als Syn­onym für Denk­scha­blo­nen etabliert.

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Divis

Das Divis ist ein typo­gra­fi­sches Inter­punk­ti­ons­zei­chen. Es wird als Binde- oder Tren­nungs­strich im Schrift­satz verwendet.

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Titelei

Bei der Titelei han­delt es sich um die Sei­ten am Anfang eines Buches: Schmutz­ti­tel, Fron­tispiz, Haupt­ti­tel, Impres­sum, Widmung/Zitat, Inhalts­ver­zeich­nis und diver­se Vakatseiten.

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Flattersatz

Der Flat­ter­satz ist eine Schrift­satz­art. Ein links‑, rechts- oder zen­trier­ter Satz ohne Sil­ben­tren­nun­gen. Gut geeig­net für Web­sites oder Gedichte.

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Zwiebelfisch

Als Zwie­bel­fisch wur­den im mate­ri­el­len Blei­satz Buch­sta­ben benannt, die ent­we­der ver­kehrt her­um oder aus einer fal­schen Schrift­art im Text standen.

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Vorsatz

Als Vor­satz bezeich­net man ein stra­pa­zier­fä­hi­ges, häu­fig far­bi­ges bzw. bedruck­tes Papier, das den Buch­de­ckel mit dem Buch­block verbindet.

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Schöndruck

Als Schön­druck bezeich­net man die­je­ni­ge Sei­te des Druck­bo­gens, die als ers­te bedruckt wird.

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Schusterjunge

Der Schus­ter­jun­ge ist heu­te kei­ne Per­so­nen­be­schrei­bung mehr. Aber in der Typo­gra­fie von Büchern noch immer abso­lut von Belang.

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Initial

Das Initi­al ist ein Schmuck­buch­sta­be. Oder auch ein­fach ein Stil­mit­tel, um Kapi­tel, Kolum­nen und Absät­ze zu strukturieren.

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Brotschrift

Frü­her waren Brot­schrif­ten die Schrift­ar­ten, in denen Fließ- oder Men­gen­text gesetzt wur­de. Damit wur­de der Schrift­set­zer prak­tisch im Akkord entlohnt.

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Versal

Ver­sal ist der umgangs­sprach­li­che Aus­druck für Groß­buch­sta­be. In der Fach­spra­che ist es die Majuskel.

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Kapitälchen

Kapi­täl­chen sind Klein­buch­sta­ben, die im Gewand von Groß­buch­sta­ben daherkommen.

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Ellipse

Die Ellip­se besteht aus drei Punk­ten. Sie wer­den als Aus­las­sungs­zei­chen genutzt. 

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Fleisch

Fleisch ist das Nichts rund um den Buch­sta­ben. Die einen haben mehr und die ande­ren weni­ger. Des­halb müs­sen sie aus­ge­gli­chen werden.

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Durchschuss

Mit dem Durch­schuss wird der Abstand zwi­schen Zei­len defi­niert. Wich­tig für die Les­bar­keit von Texten.

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Apostroph

Der Apo­stroph ist ein Aus­las­sungs­zei­chen. Er sieht immer wie ein hoch gestell­tes Kom­ma aus.

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Kolumne

Die Kolum­ne ist ent­we­der eine Satz­spal­te oder eine jour­na­lis­ti­sche Darstellung.

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Gemeine

Die Gemei­ne ist die umgangs­sprach­li­che Bezeich­nung für Klein­buch­sta­ben, genau­er gesagt Minuskeln.

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Marginalie

Mar­gi­na­li­en sind eine gern genutz­te Mög­lich­keit, um wich­ti­ge Text­pas­sa­gen mit Zusatz­in­for­ma­tio­nen zu versehen.

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Deleatur

Die Delea­tur ist ein in der heu­ti­gen Zeit ver­ges­se­nes hand­schrift­li­ches Kor­rek­tur­zei­chen. Es heißt: löschen.

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Ligatur

Liga­tu­ren sind Buch­sta­ben­ver­bin­dun­gen, die natür­lich auch unver­bun­den sein kön­nen. Rein typo­gra­fisch sehen sie schö­ner aus und ver­bes­sern die Lesbarkeit.

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Hurenkind

Das Huren­kind ist in der schwar­zen Kunst und Typo­gra­fie eine Tod­sün­de. Zum Glück ist es auch fast nicht mehr anzutreffen.

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In den Inspirations-Post-Lettern fas­se ich die Tipps aus mei­nen Bei­trä­gen zu den The­men Mar­ken­ge­stal­tung, Wis­sen der Schrift­set­zer und den Podcast-Episoden 1x im Monat gebün­delt zusammen.

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