Jana Schlosser – Setzerwissen – Anführung
Jana Schlosser – Setzerwissen – Anführung

Anführung

Interpunktionszeichen

Mar­kie­rung von wört­lich wie­der­ge­ge­be­nen Äuße­run­gen und zur Her­vor­he­bung von Wör­tern oder Satz­tei­len.
Aus­zeich­nung.

 

Das Anfüh­rungs­zei­chen ist die Eröff­nung einer wört­li­chen Rede oder eines Zitats oder eine typo­gra­fi­sche Her­vor­he­bung von Wör­tern oder Satz­tei­len. Sein Pen­dant ist das Abführungszeichen.

Je nach Schrift­gat­tung und Schrift­stil gibt es unter­schied­li­che Figu­ren, z.B. trop­fen­för­mig oder abge­schräg­te Stri­che mit Spitzen.

Für die deut­schen Standard-Anführungszeichen gibt es als Esels­brü­cke die Zah­len 99/66. Die Anfüh­rung steht unten und die Abfüh­rung oben. Übri­gens ist das Zoll­zei­chen auf der Tas­te 2 der Computer-Tastatur kein typo­gra­fisch kor­rek­tes Anführungszeichen.

Im eng­li­schen Schrift­satz hei­ßen die Anfüh­run­gen „Quo­ta­ti­on Marks“. Die­se sind aus­schließ­lich für eng­li­sche Tex­te erlaubt. Als Esels­brü­cke die­nen hier die Zah­len 66/99. Sowohl An- als auch Abfüh­rung ste­hen oben.

Im deut­schen Werk­satz sind die fran­zö­si­schen „Guil­lements“ sehr beliebt, da sie sich har­mo­ni­scher in den Text ein­fü­gen und auch nicht mit ande­ren Zei­chen ver­wech­selt wer­den kön­nen. Die Spit­zen zei­gen hier nach innen.

Im Gegen­satz dazu wer­den im Fran­zö­si­schen die „guil­lements fran­çais“ umge­kehrt ein­ge­setzt. Die Spit­zen zei­gen dort nach außen und es befin­det sich ein Leer­zei­chen vor und nach dem Zeichen.

Lei­der geht die trop­fen­för­mi­ge Zei­chen­form in den seri­fen­lo­sen Schrif­ten mehr und mehr ver­lo­ren. Das führt häu­fig zu Ver­wechs­lun­gen mit dem eng­li­schen Zollzeichen.

Typo-Tipp: bei frei­ge­stell­ten Zita­ten kannst du die Anfüh­rung über die lin­ke Satz­kan­te her­aus­zie­hen. Das führt zu einem schö­nen opti­schen Randausgleich.

Gibt es eine Anfüh­rung inner­halb einer Anfüh­rung, wird aus dem Dop­pel­zei­chen ein Einfachzeichen.

 

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